1. Weltkrieg bis heute
Jordanien wurde während des 1.Weltkrieges (1914-1918) durch britische und arabische Truppen besetzt und 1918 von der türkischen Oberhoheit befreit. Nach dem Krieg wurde Jordanien Großbritannien als Völkerbundmandat zugesprochen. 1922 spalteten die Briten das Gebiet in 2 Teile und bezeichnete das Land westlich des Jordans als PALÄSTINA und das Land östlich des Jordans als TRANSJORDANIEN. 1928 wurde die Unabhängigkeit Transjordaniens in einem Vertrag mit Großbritannien festgelegt.
Die Regierung Transjordaniens arbeitete während des 2. Weltkrieges mit Großbritannien zusammen. 1945 wurde Transjordanien Mitglied der Arabischen Liga. 1946 gab die britische Regierung das Mandat über Transjordanien auf. Zu den Bedingungen des zwischen den Staaten abgeschlossenen Abkommens gehörte die Anerkennung Transjordaniens als souveräner und unabhängiger Staat.
Auch ein Bündnis über Militärhilfe und gegenseitige Unterstützung wurde abgeschlossen.
Im Mai desselben Jahres wurde Abdalla zum König ausgerufen.
Die jordanische Armee war unter dem Namen arabische Legion bekannt. Sie schloß sich den anderen Nationen der arabischen Liga an, die 1948 einen Angriff auf Israel ausführten. 1949 unterzeichnete Transjordanien einen Waffenstillstand mit Israel.
König Abdallah gliederte 1950 offiziell die arabisch besetzten Teile Palästinas trotz starker Opposition seitens anderer Mitgliedstaaten der arabischen Liga ein und gewährte den Bewohnern des Westjordanlandes die Staatsbürgerschaft. Das Königreich erhielt den Namen Jordanien.
Am 20. Juli 1951 fiel König Abdallah dem Attentat eines Palästinensers zum Opfer. Im September darauf trat sein Sohn Talal der Erste die Nachfolge an, wurde aber auf Grund seiner Geisteskrankheit abgesetzt, und sein Sohn Hussein der Erste wurde zum König ernannt.
Anfang der fünfziger Jahre kam es an der jordanisch-israelischen Grenze wiederholt zu Zusammenstößen. Hauptgrund waren israelische Bewässerungsprogramme die den Wasserspiegel des Jordans senkten.
Am 14. Dezember 1955 wurde Jordanien Mitglied der Vereinten Nationen. (UN-UNITED NATIONS). Am 19. Januar 1957 schlossen Ägypten, Syrien und Saudi-Arabien einen Zehnjahresvertrag, in dem sie festlegten, Jordanien jährlich mit 36 Mill. Schilling zu unterstützen.
Dieses Abkommen hatte zum Ziel, Jordanien von seiner Abhängigkeit von westlichen Ländern, insbesondere von Großbritannien zu befreien.
Zwischen 1961 und 1962 war Jordanien relativ frei von innenpolitischen Streitigkeiten. Im Dezember 1962 wurden auch Wahlen wieder zugelassen.
Nach den Wahlen im Juli 1963 wurde ein neuer Ministerrat gebildet, und es folgten zwei Jahre relativer Ruhe im Land. Im September 1964 kam es im Laufe einer arabischen Gipfelkonferenz in Kairo erneuter zu Zusammenstößen mit Israel, die durch Streitigkeiten über die Wasserrechte am Jordan hervorgerufen wurden.
Mitte der sechziger Jahre verschlechterte sich die Beziehungen mit dem linksgerichteten Baath-Regime in Damaskus, und die arabischen Nationen tendieren zu einer Spaltung in ein extremistisches Lager (Syrien, Ägypten, Irak) und in eine gemäßigte Gruppe (Jordanien, Saudi-Arabien, Tunesien)
Arabische Terrorgruppen der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) führten von Jordanien Anschläge gegen Israel aus, für die Jordanien israelische Vergeltungsakte hinnehmen mußte. Obwohl Jordanien aufhörte die PLO zu unterstützen (1966), wird Hussain genötigt die Terroristen weiter zu unterstützen.
Als er sich weigern wollte, rief die PLO zu seinem Sturz auf. Die israelisch-arabischen Spannungen nahmen immer mehr zu und am 5. Juni 1967 brach der Sechstagekrieg aus.
Jordaniens Nachkriegspolitik hatte eine stärkere Bindung an den Westen und den Rückzug der Israelis aus den besetzten Gebieten zum Ziel.
1970 kam es zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen, als palästinensische Guerillakämpfer jordanischen Truppen Gefechte lieferten. Der Befehl Husseins militärisch gegen die Guerillaeinheiten vorzugehen stoß seitens arabischer Länder auf starke Kritik.
Am 28. November fiel Premierminister Tal einem Attentat von Guerillakämpfen zum Opfer. Die Idee Husseins einen arabischen Bundesstaat zu gründen wurde abgelehnt.
Am 18. September 1973 ließ Hussein 1500 Gefangene, davon 759 Angehörige palästinischer Kommandotruppen frei. Dies galt als Friedensgeste.
Im Krieg, am 6. Oktober 1973 schickte Jordanien Truppenverbände zur Unterstützung syrischer Einheiten, die gegen Israel kämpften.
1974 erkannte Jordanien die PLO als alleinigen Vertreter des palästinensischen Volkes an und gab jeden Anspruch auf das israelisch besetzte Westjordanland auf. Als Ausgleich versprachen die übrigen arabischen Länder Jordanien wirtschaftliche und militärische Hilfe. Das jordanische Parlament wurde ohne Vertreter des Westjordanlandes neu aufgestellt. Als Jordanien den Irak in seiner Auseinandersetzung gegen den Iran unterstützte, belastete dies die Beziehung zu der proiranischen Regierung Syriens, zu den USA, zu Saudi-Arabien und zu anderen arabischen Staaten.
1991 fanden Friedengespräche statt und im selben Jahr hob König Hussein das Verbot politischer Parteien auf. 1994 unterzeichnete Hussein ein Friedensabkommen mit Israel, das 46 Jahre Krieg und gespannte Beziehungen zwischen beiden Ländern beendete.