Kernaussagen zum Islam


Islam       Muslim
Gott       Koran
Mensch          

Islam

Die freiwillige Gottesausrichtung (= Islam) offenbart sich im Glauben und im Handeln. In diesem Sinne umfaßt die islamische Lehre keineswegs nur rituelle Handlungen Gott gegenüber, sondern das gesamte menschliche Leben.

Islam bedeutet also die unmittelbare Beziehung des Menschen zu dem einzigen Gott, was als strikter Monotheismus bezeichnet wird.

Die islamische Mensch-Gott-Beziehung ist nicht bestimmt von Sünde und Erlösung, sondern von Reue und Vergebung. Es gibt daher auch keinen Erlösungsgedanken wie im Christentum.

Islam definiert sich nicht als Unterwerfung eines Menschen unter Allmacht Gottes; Islam bedeutet auch keine Unterordnung unter seinen Willen. Aufgabe des Menschen ist es vielmehr, seiner ursprünglichen und natürlichen Bestimmung gerecht zu werden. Das heißt den in jedem Menschen vorhandenen göttlichen Geist zu finden und zur Entfaltung zu bringen.

Der Islam ist keine Gesetzes- und Werkreligion. Also, der Islam ist eine Religion der Barmherzigkeit; nach eigenem Selbstverständnis leitet der barmherzige Gott durch sein barmherziges Wort der Rechtleitung der Menschen.

Gott

Der Begriff Allah, zusammengesetzt aus dem arabischen Artikel al und ilah (= Gott), bedeutet DER GOTT und ist einfach das arabische Wort für Gott.

Der Koran vertritt die Überzeugung, daß alle Gesandten und Propheten ein und denselben Gott verkünden. Allah/Gott ist nach koranischer Überzeugung identisch mit dem Gott der Thora und des Evangeliums.

Gottes Beziehungen zu seinen „Geschöpfen" sind nach islamischer Überzeugung vor allem von zwei Haupteigenschaften bestimmt:

Der Barmherzigkeit, zu der er sich als der Allmächtige Gott nach dem Koran verpflichtet hat, und der daraus resultierenden Gerechtigkeit.

Gott offenbart den Menschen sein Wort, nicht aber sich selbst. Die gesamte Schöpfung gilt als Zeichen Gottes. Nach dem Koran gilt generell: „Nichts ist ihm gleich!".

Gott ist im Herzen des Gläubigen zu finden.

Mensch

Der Islam sieht den Menschen (wie das Christentum und Judentum) als „Geschöpf Gottes" und Statthalter Gottes auf Erden.

Reue und Vergebung ist bestimmend für das koranische Verhältnis zwischen Mensch und Gott. Es wird von der Verführung zum Bösen von Adam und Eva im Paradies abgeleitet. Adam bereut seine Sünde und Gott vergibt ihm.

Nach islamischen Verständnis begleitet Gott in seiner ständigen Anwesenheit die Entscheidung des Menschen. Das wird oft negativ als freiheitsraubende Vorbestimmung interpretiert und mit Fatalismus und Schicksalsgläubigkeit gleichgesetzt. Muhammad verkündete aber kein „unpersönliches" Schicksal, sondern einen personalen Schöpfergott, der sich seinen Geschöpfen fürsorglich zuwendet. Das im Volksglauben anzutreffende Wort „Kismet" kann seine theologischen Grundlage und seinen Erfahrungshintergrund nur in Ereignissen haben, über die der Mensch keine Macht hat: Leben, Tod, Naturkatastrophen, usw., also in Ereignissen, die in weltlicher Sicht als „Zwänge", „Zufälle" u.ä. deutet.

Muslim

(arabisch = der sich Gott Hingebende), Selbstbezeichnung der Anhänger des Islams. Die Bezeichnung Moslem ist sehr verbreitet, jedoch sprachlich unkorrekt; sachlich unkorrekt ist die Bezeichnung Mohammedaner.

Koran

Der Koran ist die heilige Schrift des Islam.

Der Koran gilt heute als das authentische Wort Gottes, das dem Propheten Muhammad Wort für Wort in arabischer Sprache offenbart wurde.

Nach muslimischer Überzeugung ist der Koran ein sprachlich und inhaltlich von Gottes Geschöpfen unerreichbares Wunder.

Es gibt unterschiedlich zu deutende Verse, die nach Auffassung islamischer Gelehrten die Grundlage für die Weiterentwicklung des Islam in der Geschichte durch differenzierte Interpretationsmöglichkeiten.

Der Koran setzt sich aus 114 Kapiteln zusammen. Diese werden Suren genannt. Die einzelnen Suren bestehen aus Versen. Die Länge der Suren ist unterschiedlich. Die Bekannteste ist die 1. Sure (siehe oben).Der Koran ist ca. ein Drittel umfangreicher als das neue Testament.

Die herausragende Bedeutung des Koran wird in der Kalligraphie, der vom Islam so gepflegte Schönschreibkunst, sichtbar.

DIE ERSTE SURE DES KORANS (Übersetzungsversuch)

Im Namen Allahs, des Allbarmherzigen!

Lob und Preis sei Allah,

dem Herrn aller Weltenbewohner,

dem gnädigen Allerbarmer,

der am Tage des Gerichtes herrscht.

Dir allein wollen wir dienen,

und zu dir allein flehen wir um Beistand.

Führe uns den richtigen Weg

den Weg derer, welche sich deiner Gnade freuen –

und nicht den Pfad jener,

über die du zürnst oder die in die Irre gehen!


An den Anfang der Seite